Opernfestspiele in Verona – Carmen

©Elnur_ /Depositphotos.com

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Auf meiner diesjährigen Reise nach Italien, führte es mich auch in die Arena von Verona – das drittgrößte römische Amphitheater. Zwischen dem 20. Juni und dem 07. September finden die 92. Opernfestspiele statt – 54 Darbietungen mit sechs Opern und drei Sonderevents. “Un ballo in maschera“, „Carmen“ und „Aida“ sind die wohl bedeutendsten und bekanntesten Werke in diesem Jahr.

Die Arena

Die Arena von Verona bietet 22.000 Zuschauern Platz. Ursprünglich war sie Austragungsort für Gladiatorenkämpfe. Seit 1913, anlässlich des hundertsten Geburtstags von Giuseppe Verdi, dient sie als Bühne für Theateraufführungen, Konzerte und Opern.

Die Oper Carmen – George Bizet

Carmen ist eine Oper in vier Akten und das wohl bekannteste Werk des Komponisten George Bizet. Die Oper erzählt die Geschichte von Carmen, einem Zigeunermädchen aus Sevilla. Nachdem sie auf den dort stationierten Soldaten José aufmerksam wurde, entfacht ein Streit zwischen Carmen und Micaela – eine Zigeunerin, welche sich ebenfalls in den jungen, gutaussehenden Soldaten verguckt hat. Daraufhin verletzt Carmen ihre Kollegin mit einem Messer und wird von José verhaftet. Der unerfahrene Soldat ist von der äußerst attraktiven Zigeunerin fasziniert und lässt sie einfach laufen – doch José wird daraufhin selbst verhaftet. Nach seiner Entlassung kommen sich die beiden näher, doch Carmen wirft José vor, seine Soldatenpflicht wäre ihm wichtiger als die Liebe zu ihr. Während sich das junge Paar unterhält, kommt plötzlich Josés Vorgesetzter dazu – auch er ist von Carmen angetan.

Rasend vor Eifersucht, verletzt José ihn mit seinem Schwert und flieht zu den Zigeunern. Daraufhin wird Carmen klar, dass jetzt wo José bei ihr war, nicht die Liebe, sondern die Eroberung im Vordergrund stand. Nachdem sie sich von José abgewendet hatte, verliebt sich Carmen in den Torero Escamillo aus Granada. Während Carmen auf dem Weg zur Arena ist um ihren Star aus nächster Nähe zu erleben, kreuzt José ihren Weg und gesteht ihr ein letztes Mal seine Liebe. Er wird allerdings von Carmen ausgelacht. Voller Wut ersticht José die Zigeunerin, während Escamillo seinen Sieg in der Arena feiert.

Die Atmosphäre in der Arena von Verona

Die gelungenen Kulissen und die dazu passenden Backgrounds sind einfach fantastisch. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Sowohl die schauspielerische Leistung, als auch die unfassbar mitreißende Musik sorgen für Gänsehaut pur. In der Arena von Verona dürften auch Nicht-Opernfans auf ihre Kosten kommen.

Die Arena – Sitzplätze und Preise

Die Preise der Eintrittskarten in der Arena von Verona sind bezahlbar. Wer sich beispielsweise mit einer freien Platzwahl in den hinteren Rängen zufrieden gibt, bezahlt im Schnitt dreißig Euro – der Blick auf die Bühne ist gut und die Akustik prima. Allerdings sind diese Plätze nicht für ältere Personen geeignet, da diese nur über Treppen erreichbar sind. Wer sich für ein günstiges Ticket und somit einen Platz in den hinteren Reihen entscheidet, der kann ungefähr zwei Stunden vor Beginn der Oper seinen Platz auswählen. Wer es sich leisten kann, dem sind Sitzplätze in den unteren Reihen zu empfehlen. Die nummerierten Parkett-Sitzplätze mit Rückenlehne kosten zwischen 130 und 220 Euro. Des Weiteren gibt es auch zentral gelegene, nummerierte Sitzplätze. Auf der offiziellen Webseite kann der detaillierte Bestuhlungsplan eingesehen werden.

Welche Opern eignen sich für den Einstieg?

©galdzer /Depositphotos.com

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Immer weniger Menschen lassen sich von Opern begeistern. Schade, denn sie wären eine prima Alternative zu Hollywood, Bollywood & Co. Das bedeutet allerdings nicht, dass man als Opern-Neuling in jede beliebige Aufführung gehen sollte. Nein, das Werk muss gut gewählt werden und jeder sollte sich im Vorfeld ausreichend informieren: Um was geht es und welche Figuren kommen vor? Des Weiteren rate ich von Neuinszenierungen ab. Natürlich ist das auch Geschmackssache, doch meiner Meinung nach sorgen diese nur für Verwirrung.

Eine Oper ist ein sogenanntes Gesamtkunstwerk, denn sie vereint nicht nur Musik und Gesang, sondern auch Kunst und Schauspielerei. Egal ob die Arena von Verona (Link Arena von Verona), die Pariser Oper, die Oper von Oslo oder die Scala in Mailand, die Kulisse und der Background sind immer ein wahres Kunstwerk, die Handlungen mitreißend und der Gesang sorgt für Gänsehaut.

Meiner Meinung nach sind Opern von Verdi und Puccini für den Einstieg geeignet, denn diese sind im Vergleich zu Wagner, Mozart oder Tschaikowski noch relativ leichte Kost. Ich habe mich für folgende drei Opern entschieden:

La Traviata – Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi

Die Geschichte spielt in Paris und handelt von einer hoffnungslosen Liebesbeziehung. Die Edel-Kurtisane Violetta Valéry gibt in ihrem Haus in Paris ein Fest und lernt den jungen Alfredo Germont kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, doch das junge Glück begreift schnell, dass gesellschaftliche Normen und die Familienehre deutlich mehr Gewicht haben, als das Glück zweier junger Menschen.

La Bohème – Oper in vier Akten von Giacomo Puccini

Die Oper erzählt die Geschichte von vier in Armut lebenden Freunden, darunter auch der Dichter Rodolfo. Dieser lernt an Heiligabend seine Flurnachbarin Mimi kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Doch nur kurze Zeit später verlässt Rodolfo seine Geliebte, da sie unheilbar krank ist. Rodolfo versucht Mimi zu vergessen, doch sie taucht plötzlich mit der Geliebten seines Freundes Marcello auf – Musetta. Während die Freunde auf einen Arzt warten, entschläft Mimi.

Aida – Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi

Schauplatz der Oper ist das alte Ägypten. Im Zentrum steht Aida, eine von den Ägyptern verschleppte Geisel, welche am Hof des Pharaos lebt. Radames, der ägyptischen Heerführer, wurde ausgewählt die Tochter des Pharaos zu heiraten – Amneris. Doch Radames hat sich bereits in die schöne Aida verliebt. Ägypten droht ein Krieg mit Äthiopien. Der Heerführer Ägyptens weiß allerdings nicht, dass Aida die Tochter des äthiopischen Königs Amonasro ist. So schwankt nicht nur Aida zwischen zwei Lagern, sondern auch der ägyptische Heerführer muss eine Entscheidung treffen.

Weitere Opern für Einsteiger

Die Oper „Carmen“ von George Bizet ist eine weitere Einsteiger-Oper – eine mitreißende Liebesgeschichte zwischen einer Zigeunerin und einem Soldaten. Aber auch Opern wie “Un ballo in maschera”, “Rigoletto” und “Otello” (alle von Giuseppe Verdi) oder “Tosca” (Giacomo Puccini) sind für Neulinge geeignet. Wer sich bereits im Vorfeld ausreichend informiert, der kann sich auch an Opern wie „Tristan und Isolde“ (Richard Wagner), „Don Giovanni“ und „Le nozze di figaro“ (beide von Wolfgang Amadeus Mozart) oder „Der Opritschnik“ (Pjotr IljitschTschaikowski) heranwagen.

Fazit: Für welche Oper man sich entscheidet ist im Endeffekt jedem selbst überlassen. Ich rate allerdings zu Verdi oder Puccini. Des Weiteren empfehle ich den Kauf von Tickets in der mittleren Preisklasse, denn in den hintersten Sitzreihen kommt man häufig nicht wirklich in den Genuss.

Die Villa Borghese in Rom – eine Kunstausstellung der besonderen Art

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Rom, die Stadt der Kunst, Kultur und Architektur aller Epochen. Egal ob prunkvolle Gebäude, uralte Ruinen, atemberaubende Statuen oder faszinierende Gemälde, Rom ist ein Paradies für Kulturliebhaber. Auf meiner diesjährigen Reise durch Italien, besuchte ich nicht nur Verona (Link Arena von Verona), Florenz und Venedig, sondern auch die Hauptstadt Italiens.

Zu einem Preis von lediglich zehn Euro kann man sich die „Villa Borghese Card“ kaufen. Mit dieser lässt sich eines der Museen auf dem Areal der Villa Borghese kostenlos besuchen und man erhält Preisvergünstigungen auf weitere Museen, darunter auch die Villa Medici. Wer die Villa Borghese besuchen möchte, muss sich allerdings vorher telefonisch anmelden. Für jeweils zwei Stunden darf eine begrenzte Anzahl von Personen in das Museum.

Die Villa Borghese

Die Galleria Borghese zählt zu den renommiertesten Kunstmuseen der Welt. Hier werden Werke von Antonello da Messina, Rubens, Raffael, Bernini und vielen weiteren Künstlern ausgestellt. Die Kunstsammlung wurde im 17. Jahrhundert von Kardinal Scipione Caffarelli Borghese gegründet. Zu den seltensten Werken zählen beispielsweise „ Der Raub der Proserpina“ von Bernini und Canova, „Apoll und Daphne“ von Bernini und Finelli und die „Venus Victrix“, besser bekannt als „Paolina Bonaparte“, von Canova.

Der Park der Villa Borghese

Die Villa Borghese ist von einem sehr schönen, gepflegten Park umgeben. Hier kann man den chaotischen Straßen und dem lauten Alltag Roms entgehen. Der etwa achtzig Hektar große Park verfügt über Tempel, Statuen und weitere Museen, wie beispielsweise die „Galleria nazionale d’arte moderna“. Hier werden vorwiegend Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts ausgestellt. Die „Villa Giulia“ ist das nationale Museum für etruskische Kunst und ist nicht weit von der Galleria nazionale d’arte moderna entfernt. Außerdem befindet sich auf der Anlage ein kleiner Tierpark. Für den Eintritt bezahlt man 15 Euro. Des Weiteren hat man die Möglichkeit, das Gelände mit einem Fahrrad zu erkunden. An verschiedenen Standorten im Park können Räder ausgeliehen werden.

Wo befindet sich das Museum und wie kann man sich anmelden?

Das Museum befindet sich am Piazzale del Museo Borghese 5. Es gibt vier Eingänge, welche auf das Gelände der Villa Borghese führen: der erste an der Via Pinciana, der zweite an der Piazza E. Sienkiewicz, der dritte am Piazzale Brasile und ein weiterer am Piazzale Flaminio. Das Museum ist von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Montags sowie von Weihnachten bis Neujahr bleibt die Galerie geschlossen. Die Tickets kosten elf Euro, inklusive zwei Euro Reservierungsgebühr. Für Lehrer, Schüler, sowie ältere Personen und unter Achtzehnjährige gibt es reduzierte Preise. Auf der offiziellen Webseite der Galleria Borghese findet man allerlei Informationen rund um das Museum. Auf tosc.it können die Tickets reserviert werden. Wer weder Englisch noch Italienisch spricht, sollte sich von Freunden oder Bekannten helfen lassen oder einfach direkt im Hotel um eine telefonische Reservierung bitten – bei mir hat das super geklappt.

Fazit: Das Museum bietet zahlreiche Kunstwerke und ist absolut empfehlenswert. Eine telefonische Reservierung ist nicht nur erwünscht, sondern auch notwendig. Ich empfehle Ihnen, das Museum am letzten Tag Ihres Rom-Aufenthalts zu besuchen, so haben Sie anschließend die Möglichkeit im Park bei einer heißen Tasse Kaffee die letzten Tage Revue passieren zu lassen.